Die Legenden der Albae: Gerechter Zorn

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nufan
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Re: Die Legenden der Albae: Gerechter Zorn

Beitrag von nufan » Mo 1. Jun 2009, 12:03

Ich fand das Buch klasse, hat zwar ein paar der Heitz-üblichen Schwächen, aber die Geschichte passt und wird stimmig erzählt. Vor allem die Verbindungn zur Zwerge-Reihe fand ich interessant, weil man doch einiges über die Vorgeschichte und auch über viele später wieder auftretende Charaktere erfährt.

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Re: Die Legenden der Albae: Gerechter Zorn

Beitrag von ollowain3 » Mo 1. Jun 2009, 13:43

Ich hab das buch gelesen und fand es wie die Zwerge genial. Vor allem weil man so viel über sinthoras und caphalor erfährt
Wenn wir brennen, dann brennen sie mit!

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Re: Die Legenden der Albae: Gerechter Zorn

Beitrag von Mithras » Mo 1. Jun 2009, 18:53

Weisi hat geschrieben:Bernhard Hennen schreibt, glaube ich eher poetischer...liebevoll? Naja egal.
Nicht egal, du triffst den Nagel nämlich auf den Kopf! :mrgreen: Genau das ist einer der fundamentalen Unterschiede zwischen Hennen und Heitz und einer der Gründe, weshalb ich Hennen für einen deutlich besseren Autoren halte.

Das Szenario in Heitz' neuem Buch ist zum Glück etwas differenzierter geraten als in den Zwergenromanen, in denen es nur Gut und Böse gibt. Leider kommt mir das Titelvolk etwas farblos vor, doch es ist sicher schwer, eine derart kultivierte Barbarei zu erschaffen - denn im Grunde ist die Kultur der Heitz'schen Alben barbarisch, da sie keinen ethisch-moralischen Grundsätzen folgt. Diesmal sind es die Titelhelden, die mit Scheuklappen durch die Welt laufen. Immerhin besser als das Scheuklappendenken des Autors in den Zwergenromanen.

Dennoch sind Heitz' High-Fantasy-Werke eher standardisiert und an die Erwartungen eines Publikums gebunden, das im Grunde genau diese Standards erwartet und kaum Bereitschaft zu Neuem zeigt. Denn auch wenn Heitz mit den Jeembina, den Cnutar oder den Obboon neue Völker und Ideen eingebaut hat, hat er nichts Fundamentales am Konzept verändert. Deshalb kommen mir die ganannten Völker auch eher unglaubwürdig und an den Haaren herbeigezogen vor. Ein ganzes Volk, das Alben als Halbgötter betrachtet undvom kollektiven Wahnsinn besessen ist, es diesen Halbgöttern gleichzutun und sich in deren Häute zu kleiden? Das ist nichts für mich. Wäre Karjuna ein Einzelfall gewesen, hätte mich dieser Wahnsinn gefesselt, da diese Eigenschaft auf eine differenziert ausgearbeitete Psyche voller Tiefen schließen ließe. Doch psychologische Tiefe und Schubladendenken schließen sich aus. Und genau dieses Schubladendenken ist ein Merkmal von Heitz' High-Fantasy-Romanen.
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Re: Die Legenden der Albae: Gerechter Zorn

Beitrag von Weisi » So 14. Jun 2009, 07:51

Ich glaube einfach, das HEitz´s Werke Geschmakssache sind, denn wie einige es wissen schreibt er üblicher weise... man kann sagen Horrorgeschichten?
Und genau dieses Genre hat er auch in die Albae einfließen lassen.

Und so viel ich weiß schreibt Hennen nur Fantasy Geschichten, die eigentlich für ein jugendliches Alter entsprechend geschrieben worden sind!

Ein großer Unterschied, meiner Meinung nach... :)
Es heißt, das der Devanthar schon mit einem Wort zweimal zu lügen vermag

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Re: Die Legenden der Albae: Gerechter Zorn

Beitrag von Mithras » So 14. Jun 2009, 11:48

Nach dem Alter des Zielpublikums kann man nicht gehen, denn da gibt es viele Abstufungen. Hennen schreibt nicht nur Fantasy für Jugendliche, wenngleich die Schnittmenge mit Heitz in diesem Bereich groß ist. Das ermöglicht allerdings einen genaueren Vergleich.

"Alica und die Dunkle Königin" gilt eindeutig als Jugendbuch (gelesen habe ich es allerdings nicht), während der Vorgänger, "Nebenan", gewisse Kenntnisse in Germanistik voraussetzt. Oswald von Wolkenstein ist mir zum Beispiel erst seit knapp einem Jahr bekannt. Hennens historische Romane richten sich wiederum an ein ganz anderes Publikum als seine Elfenromane, da dort mehr Bildung vorausgesetzt werden kann/muss. Ich habe jedenfalls noch keinen seiner historischen Romane gelesen und gehe daher von der Norm aus. In "Der Wahrträumer" wird Fantasy in meinen Augen erwachsen - Fantasy wird dem Aspkt der Logik untergeordnet.

Unter dem Aspekt der Sprache betrachtet halte ich Hennens Bücher für hochwertiger als die von Heitz. Natürlich verwendet auch Hennen bisweilen alltagssprachliche Formulierungen, doch allgemein gesprochen bin ich der Ansicht, dass Hennens Sprache neben aller Klarheit kunstvoller aufgebaut ist. Daher war ich beim zweiten "Elfenwinter"-Durchgang regelrecht schockiert, als ein TRoll Ollowains Schwert beiseite kickte.

Dennoch verwendet Heitz deutlich häufiger Umgangssprache als Hennen. Mir ist in besagtem Alben-Buch negativ aufgefallen, dass sich auch die Protagonisten, die sich für kulturell überlegen halten, durch ein nicht unbedingt höheres Sprachniveau auszeichnen. Die Darstellung in diesem Buch ist nicht unbedingt differenziert, Orks und Alben unterscheiden sich in ihrer Sprache kaum. Bei Hennen ist das schon etwas differenzierter. Kobolde oder Fjordländer unterscheiden sich häufig recht deutlich in ihrer Sprache. Zumindest kommt es mir so vor.
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Re: Die Legenden der Albae: Gerechter Zorn

Beitrag von Gondoran » Do 10. Sep 2009, 00:07

Hm, was die Kreativitaet der Heitzbuecher angeht muss ich sagen dass ich bisher probleme damit hatte,
dass er MASSLOS uebertreibt. EIGENTLICH spielt die Geschichte ja in Mittelalterlichem Niveau, da koennt ihr mir
erzaehlen was ihr wollt.

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Re: Die Legenden der Albae: Gerechter Zorn

Beitrag von Mithras » Do 10. Sep 2009, 11:50

Mit dem Mittelalter ist die Zeit nicht wirklich zu vergleichen. Dazu bräuchte es eine dominierende Kirche, die die Welt im Würgegriff hält, das Feudal- und das Lehenswesen. Heitz ist jedenfalls nicht wirklich konsequent; die Welt wirkt irgendwie unfertig, die Völker übrigens auch. Wo die Kreativität nicht reicht, wird sich großzügig an Klischees bedient.

Ich habe allerdings noch mehr Probleme mit seinen übetriebenen Neuschöpfungen wie den Jeembina oder den Cnutar. Sie wirken unglaubwürdig und plump, nach dem Motto: Möglichst neu, möglichst spektakuläres Aussehen. Über die Dinge, die ein Volk primär ausmachen - Kultur, Gesellschaft, Entwicklungsstand, Herrschaftsform, Religion, ... - macht er sich nur sehr wenige Gedanken, weshalb diese Neuschöpfungen flach und unglaubwürdig wirken. Es sind leere Hüllen, ohne Leben, die nur als Statisten fungieren.

Die Kampfstärke seiner Zwerge oder - in diesem Falle - der Albae ist natürlich auch übertrieben. Da besiegt Caphalor mal nebenbei ein paar Riesen, was ihm fast so leicht fällt wie Boindil und Boendal, die ohne Probleme ein paar Dutzend Orks massakrieren. Das Kräfteverhältnis wird immer zu Gunsten der Protagonisten neu definiert, und das macht die Sache natürlich vorhersehbar. Dass ein Held mitten in einer Schlacht von hinten niedergestochen oder von einem verirrten Geschoss getroffen wird, ist gänzlich ausgeschlossen. Doch die Realität macht keinen Unterschied zwischen Freund und Feind, sie funktioniert nach eigenen Gesetzen,die auch ein Autor nicht außer Kraft setzen kann. Das schätze ich an Hennen: Ein großer Held (Mandred, Silwyna, ...) muss nicht durch den Oberbösewicht getötet werden. Das ist realistischer und macht die Sache natürlich spannender.
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Re: Die Legenden der Albae: Gerechter Zorn

Beitrag von Weltenwanderer » Di 15. Sep 2009, 19:37

The Dark One hat geschrieben:Ich habe allerdings noch mehr Probleme mit seinen übetriebenen Neuschöpfungen wie den Jeembina oder den Cnutar. Sie wirken unglaubwürdig und plump, nach dem Motto: Möglichst neu, möglichst spektakuläres Aussehen. Über die Dinge, die ein Volk primär ausmachen - Kultur, Gesellschaft, Entwicklungsstand, Herrschaftsform, Religion, ... - macht er sich nur sehr wenige Gedanken, weshalb diese Neuschöpfungen flach und unglaubwürdig wirken. Es sind leere Hüllen, ohne Leben, die nur als Statisten fungieren.
genau desshalb finde ich Die Elfen auch so viel besser. Es gibt zwar Götter in Tundils Welt, aber es wurde etwa ein einziges mal ein Priester erwähnt. Die Menschen werden dort als das schwächste Lebewesen vorgestelt, selbst wenn sie zu hunderten gegen einen Alb angreifen verlieren die Menschen.

Mit "Gerechter Zorn" bringt mich das den Alben nicht näher, denn ich lerne nicht neues von ihnen, was ich nicht schon in den "die Zwerge" gelesen habe. Die Welt entwickelt sich nicht, keine neue erfindungen, Städte oder Bevölkerungswachstum.

Es ist eine Geschichte von mehreren Unsterblichen Helden ohne drumherum.-
Schaut einmal im Elfen-Wiki vorbei, wir freuen uns über jeden Besuch :)

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Re: Die Legenden der Albae: Gerechter Zorn

Beitrag von Vanidar » Mo 11. Nov 2013, 10:02

Heitz´s Schreibstiel passt, wie ich finde, ganz gut zu dem Albae- Genre.
Ansonsten sind die Bücher 1 Gerechter Zorn, 2 Vernichtender Hass, 3 Dunkle Pfade und die vergessenen Schriften ganz gut gelungen sogar größtenteils recht kurzweilig und spannend.
Besonders das die Bücher immer wieder mit den Zwergen korrespondieren finde ich klasse. Somit ergibt sich ein riesiges Fantasy-Werk

Januar 2014 soll Band 4 herauskommen, da binn ich ja mal gespannt....

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