Bachlorarbeit zu Hennen

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Samira
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Bachlorarbeit zu Hennen

Beitrag von Samira » Di 7. Feb 2017, 13:52

Hallo ihr Lieben, :)

ich bin totaler Hennen Fan und würde somit gerne meine Bachelorarbeit im Fach Anglistik in Literaturwissenschaft vorzugsweise über 'Die Elfen' schreiben. Meine erste Idee war, zu untersuchen an welchen Stellen Hennen mittelalterliche Literatur hat einfließen lassen. Meine Dozentin schlug mir dann noch vor, die literaturhistorische Entwicklung von Elfen , von nordischer Mythologie, über das Mittelalter, über Tolkien bis hin zu 'Die Elfen' zum Schwerpunkt zu machen. Nun ist meiner Dozentin aufgefallen, dass es kein englisches Werk ist und ich auch nicht die englische Version 'The Elves'' nutzen kann, weil die Originalausgabe eine Deutsche ist. So weit so blöd :? .

Sie sagte mir nun, dass ich 'Die Elfen' mit einem anderen Werk aus dem anglophonen Bereich vergleichen könnte und ich dachte dabei an Tolkiens 'Herr der Ringe' ? Nur sagte Sie, wenn mein Output am Ende ist, dass Hennen Tolkien nur kopiert , es nicht sinnvoll wäre darüber zu schreiben. Nun habe ich nichts von Tolkien gelesen und weiß nicht in wie weit sich die Werke ähneln, oder in wie fern Hennen Tolkien's Bücher als Vorbild nimmt.
Lohnt es sich diese beiden Werke zu vergleichen, oder zumindest Teile zu vergleichen, zum Beispiel die Darstellung der verschieden Völker oder eines bestimmten Typus , oder gibt es andere Werke mit denen man Hennen's gut vergleichen könnte? Oder habt Ihr vielleicht ganz andere Ideen für mich?

Sorry für den langen Text und Ich würde mich sehr über Antworten freuen!! :)

Liebe Grüße
Samira

Weltenwanderer
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Re: Bachlorarbeit zu Hennen

Beitrag von Weltenwanderer » Mi 8. Feb 2017, 18:18

Hei Samira :)

Da hast du dir etwas vorgenommen, das ist kein leichtes Thema. Hennen ließ viele Einflüsse in die Geschichte einfließen, jedoch hauptsächlich aus unserer eigenen Weltgeschichte. Die nordische Mythologie ist wie du bereits geschrieben hast stark vertreten. Er macht vor dem Schreiben immer Recherchen zu der vergleichbaren Epoche unserer Weltgeschichte. Anspielungen auf den Christentum ist gut ersichtlich, in den weiteren Büchern kommen noch andere Einflüsse dazu.

Zu Tolkiens Bücher sehe ich kaum Ähnlichkeiten. Er sagte sogar einmal in einem Interview, er habe sie nicht gelesen. Nur einen direkten Vergleich anzustellen würde ins Leere führen. Du könntest vielleicht die Gesamtentwicklung der Elfen/Elben, der Trollen und anderen Rassen/Völker über die Literaturepochen erfassen, woher sie kommen und wie sie sich entwickelt haben.
Andere Bücher wollen mir im Moment leider auch nicht einfallen.

Hoffentlich konnte ich trotzdem etwas helfen :) Liebe Grüsse
Schaut einmal im Elfen-Wiki vorbei, wir freuen uns über jeden Besuch :)

eleborn
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Re: Bachlorarbeit zu Hennen

Beitrag von eleborn » Do 9. Feb 2017, 13:26

Weltenwanderer hat geschrieben:
Mi 8. Feb 2017, 18:18
Hei Samira :)

Zu Tolkiens Bücher sehe ich kaum Ähnlichkeiten. Er sagte sogar einmal in einem Interview, er habe sie nicht gelesen.
Weltenwanderer, mit deiner Einschätzung gebe ich dir recht. Tolkien hat eher eine distanzierte, entrückte, (pseudo)wissenschaftliche und mythologische Sicht auf Mittelerde/eher ein klassisches Heldenepos, während Hennens Welt sehr viel plastischer und persönlicher mit all den Fehlern und Schwächen der Protagonisten wirkt. Es gibt zwar Ähnlichkeiten, was aber nur daran liegt, dass Tolkien der "Vater" der modernen High-Fantasy ist.

Aber, es stimmt nicht, dass Hennen Tolkien nie gelesen hat. ;)
Bernhard Hennen hat in Lesungen/Interviews mehrfach gesagt, dass sein Sportlehrer ihm "Herr der Ringe" in die Hand gedrückt hat, weil er gemerkt hat, dass Herr Hennen nicht die größte Sportskanone ist.

Zitat: "Mein Fantasy-Schlüsselerlebnis hatte ich – wie so viele – mit Tolkiens „Herr der Ringe“. (http://www.leser-welt.de/index.php?opti ... &Itemid=60)

Tolkien hat Hennen definitv beeinflusst. Hennen ist auch Herausgeber einer Anthologie namens "Tolkiens größte Helden. Wie die Hobbits die Welt eroberten"(Heyne, 2012).

Was die Bachelorarbeit angeht, würde sich vielleicht George R. R. Martin noch anbieten, da er eher mit Hennen vergleichbar ist und sich auch an historischen Vorbildern wie den englischen Rosenkriegen orientiert.

Oder vielleicht auch "Die Orks" (erstmals erschienen 1999, 2002 im Zuge der HdR-Filme auf dt.) des Briten Stan Nicholls, das als Vorbild/Vorreiter für die neue Welle der Völkerfantasien in Deutschland ab 2003 diente (Die Zwerge/Heitz, Die Elfen, Die Trolle etc.).

Viel Erfolg, Samira.
Lang lebe der Alben Mark!!!

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Re: Bachlorarbeit zu Hennen

Beitrag von Weltenwanderer » Do 9. Feb 2017, 18:35

Ooh, mein Fehler :oops:

"Neue Welle der Völkerfantasien" finde ich eine interessante Bezeichnung. Diese Bücher prägten das letzte und jetzige Jahrzehnt der deutschsprachigen Fantasyliteratur, aber mittlerweile würde ich behaupten, es gibt nur noch deren Folgebücher und Nachwehen. Hennen konnte mit "Die Elfen" perfekt auf den Zug aufspringen. Mit Erfolg wie man sieht :)
Hennen plant nun auch etwas Neues, auch er hat bemerkt, dass diese Zeit zu Ende ist.
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