Fragmente vergangener Zeiten

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Vivenna
Hüter der Geheimnisse
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Fragmente vergangener Zeiten

Beitrag von Vivenna » Fr 30. Aug 2013, 13:55

Auf Wunsch von Abiane, die gerne einen Teil meiner geschriebenen Werke sehen wollte, hier ein paar Auszüge aus Szenen in denen ich spielte/spiele


Elendriel ( Elb , Schwertkämpfer und aus der Heimat geflohen, nachdem sein Vater im Krieg gefallen ist ) den spiele ich.

Volos ( Wie kann es auch anders sein - der Reiter, der Elendriels Vater erschlug) Charackter einer Spielpartnerin

[...]Die Klinge des Angreifers stürzte, gleich einem tödlichen Fallbeil auf ihn herab. Elendriel wirbelte, durch den verräterisch surrenden Laut, gewarnt herum und riss in letzter Sekunde seinen Schwertarm empor um den feindlichen Hieb abzuwehren. In grimmiger Entschlossenheit , diesem Menschen , Ding , Wesen oder was auch immer da wie ein Berserker gegen ihn kämpfte in die Hallen der Toten zu befördern , spannte er die Muskeln seines Oberschenkels und zerschmetterte mit einem gezielten , festen Tritt den Kehlkopf des Feindes. Ein Aufschrei, der in einem qualvollen Gurgeln erstarb, erklang bevor er röchelnd auf dem Boden aufschlug. Und sofort fuhr er herum, den nächsten Hieb ausweichend und das Schwert hoch über sein Haupt schwingend um mit dem gewonnenen Schwung den Kopf des Nächsten sauber von dessen Hals zu trennen. Einen Moment zu spät bemerkte er die Bewegung zu seiner Seite, riss das Schwert herum unter dem sich sein neuer Angreifer gekonnt wegduckte und schaffte es noch nur geistesgegenwärtig dem Streich auszuweichen der ihm zwangsläufig sein Bein abgetrennt hätte. Doch der Stahl traf dennoch sein Ziel. Wie durch warme Butter glitt die Spitze des Schwertes über seinen Oberschenkel und hinterließ eine tiefe blutende Wunde, die dem Elben einen schmerzerfüllten Aufschrei entlockte. Keuchend taumelte er zurück, presste die freie Hand auf die neue Wunde und starrte wütend auf die Gegner vor sich. Er konnte noch stehen, doch der brennende Schmerz pulsierte unaufhörlich durch Flanke und Oberschenkel.
„ Nh…Himmel warum kämpft ihr so verbittert „ raunte er mehr zu sich selbst, als zu seinen Gegnern und hob mit aller Kraft, die er noch aufbringen konnte, das Schwert empor.
Noch waren mehr als eine handvoll Angreifer auf der Lichtung. Elendriel schaffte sich einen kurzen Überblick und schätzte seine Chancen zu überleben, angesichts seiner Verletzungen, als gering ein. Zumal diese Gegner vor Vitalität und Kampfeslust nur so strotzten. Die ersten vor ihm lächelten, wissend, dass sie den Elben nach den nächsten paar Angriffen außer Gefecht setzen würden und stürmten schon siegessicher auf ihn zu, als ein donnernder Laut, aufschlagender Hufe durch den Wald preschte und kurz darauf Reiter samt riesenhaften Pferd zwischen den dunklen Baumreihen hervor brachen. Noch bevor sich die Gruppe gewahr wurde, was dort passierte waren die ersten, unter qualvollen Schreien, Opfer der tödlichen Huftritte geworden. Knochen knackten und bersteten, Körper wurden haltlos mitgerissen und zu einem blutigen Brei auf der einst so weißen Landschaft getreten. Elendriel musterte das Schauspiel nur einige Herzschläge lang und hoffte, dass er selbst nicht Ziel, dieser brachialen Angriffslust von Pferd und Reiter war. Doch für Gedanken blieb keine Zeit. Diejenigen die sich nicht der Zerstörungskraft des Fremden widmeten erhoben sein Schwert erneut gegen ihn und kreisten ihn in einem Hagel aus Schwerthieben und Tritten ein. Er spannte die Muskeln, zog sein Schwert in einem tödlichen Halbkreis um die umstehenden und packte den Nächsten Angreifer um ihn zu dem Reiter zu stoßen, der seinem Leben augenblicklich und mörderisch ein Ende setzte.
Innerhalb von nur wenigen Augenblicken waren Mensch, Pferd und Elb zu einer Einheit verschmolzen die verbittert gegen die Überzahl ankämpfte, sich zuspielte und etliche tödliche Streiche vollführte. Diejenigen, die in der Schlacht ihr Ende sahen, suchten ihr Heil in der Flucht. Der Rest landete einer nach dem anderen in der blutigen Pfütze zu ihren Füßen. Erst als der letzte Angreifer zu Boden gegangen und die Flüchtigen zwischen den Bäumen verschwunden waren, senkte er einen Augenblick sein Schwert und zog schwer atmend und gierig die Luft in seine Lungen. Sein Brustkorb hob und senkte sich in raschen Abständen und das Blut der Wunden hatte den dunklen Stoff von Jagdhose und Wams an den Stellen bereits dunkelrot verfärbt.
Als er jedoch die Stimme des Fremden vernahm drehte er sich langsam um. Er wusste, dass er wohl in diesem Moment nicht wie ein Krieger vergangener Schlachte wirkte und es scheinbar ein leichtes wäre ihn auszurauben, wenn der Fremde es dann wollte , doch Elendriel dachte nicht daran, nach gewonnener Schlacht aufzugeben.
Verstimmt zog er also seine Augenbrauen zusammen. Verlieh seinem ohnehin schon so kühlen Antlitz eine entschlossene härte und hob das Schwert erneut, bereit auch diesen Mann, wenn er ihm auch geholfen hatte. anzugreifen.
Dass der Reiter sein Schwert in die Halterung zurück gleiten ließ, veranlasste ihn keineswegs auch sein eigenes zu senken.
Pferd samt Reiter trabten zu ihm heran und Elendriel trat einen weiteren, unbeholfenen Schritt zurück.
Der Muskel des verletzten Oberschenkels versagte ihm dabei kurzzeitig, ließ ihn einknicken und schmerzhaft das Gesicht verziehen ehe er sich jedoch sofort wieder aufrappelte und das Schwert hob.
“ Nichts was ich euch geben wollen würde…“ raunte er kühl, mit dem für die Elben so markanten Akzent und verengte seine Augen.
“ Ich danke für eure Hilfe, aber wollt ihr meine Wertsachen so müsst ihr auch mein Leben auslöschen…und ich bin nicht bereit es euch so einfach zu überlassen…“ Der Hüne schwang sich aus dem Sattel und kam vor ihm zum stehen. Elendriel durchzog ihn einer flüchtigen Musterung. Die Körpergröße war der seiner eigenen ähnlich , vielleicht war Volos noch ein Stück kleiner , doch die breite seiner Rüstung und die rauen , starken Hände die nun nach dem Riemen seines Helmes griffen deuteten auf einen durchaus muskulösen und sehr gut trainierten Kämpfer hin der vielleicht- .
Elendriel stockte der Atem. Seine Augen weiteten sich erschrocken und es war ihm deutlich bewusst, dass er in diesem Moment wohl ebenso blass wurde wie der weiße Schnee in diesem verfluchten Land.
Seine Lippen öffneten sich, doch drang kein Laut über sie.
Urplötzlich fühlte er sich in der Zeit zurückgezogen, sah sich mit seinem Vater und einer handvoll Späher auf dem Berghang unweit des menschlichen Lagers. Der Krieg war fast beendet und der Trupp nur zu Erkundungszwecken ausgesandt. Sie überprüften die Bewaffnung, die Vorräte und lauschten ihre weiteren Pläne aus. Alles lief wie geplant, bis zu dem Zeitpunkt an dem sie sich zurückziehen sollten. Sie waren bereits weit hinter dem Hügel, als hinter ihnen die donnernden Hufe über den Bergkamm preschten und ihnen die Reiter mit erhobenen Waffen folgten. Sie flohen, überrascht von dem Angriff und dem Hinterhalt in den sie geraten waren, denn es kamen Angreifer von allen Seiten auf sie zu. Eine ungleiche Schlacht brach aus und es war ein Reiter , auf dem Ross, das nun vor ihm stand und ihn mit wissenden Augen , ja fast schon spöttischem Blick beäugte , der wie der Tod selbst hinter seinem Vater herjagte, das Schwert hoch erhoben und zum Schwung ausgeholt hatte und in dessen Antlitz Elendriel noch blicken konnte, bevor er den Hieb auf seinen Vater vollführte.
Die dunkle Narbe, die sein Gesicht entstellt hatte und der entschlossene grimmige Ausdruck in seine Augen begegneten ihm auch jetzt.
Er stand ihm wahrhaftig gegenüber, ihm, dem Reiter der seinen Vater erschlagen hatte.
“ Du…“ kam es jetzt auch fast flüsternd über seine Lippen und er wich einen weiteren unbeholfenen Schritt zurück.
“ Du!?“ Seine Wut nahm ungeahnte Grenzen an. Wie konnte er ihm helfen, wo er ihm doch das Liebste genommen hatte! Elendriel umklammerte sein Schwert mit beiden Händen und verzog wütend die Augenbrauen. Blind vor aufkeimenden Zorn hob er das Schwert seines Vaters und zielte dabei auf das Haupt des Menschen. Doch kaum hatte er das Gewicht der Klinge empor gehoben ließ ihn ein weiterer, brennender Schmerz einknicken. Das Schwert surrte dicht an Volos vorbei und wirbelte den Schnee auf.
Elendriel keuchte. Taumelnd vor Schmerz ließ er sich neben dem Schwert nieder und stützte sich schwer atmend an diesem. Er hätte vor Wut schreien können. Er stand vor ihm, vor dem Schlächter seines Vaters, nicht einmal eine Manneslänge von ihm entfernt und er schaffte es nicht den tödlichen Schwerthieb auszuführen!?
Nach mehr Luft ringend blickte er zu seinem Feind auf und presste die Kieferknochen aufeinander.
Die Hand hielt sich noch immer krampfhaft an seinem Schwertknauf fest.[...]




Und hier noch ein kurzer Auszug :

Llyod: Lairaner (also Mensch mit tierischem Seelengefährten, Pirat mit eigenem Schiff auf dem Weg zu Heimat ) spiele ich :)

Drake: geheimer Halbelf , wovon nur niemand etwas ahnt. Assassine und Llyods Leidensgenosse auf dieser Fahrt :D

[...]Die Fetzen der dunklen Wolken erstreckten sich wie tastende Finger über sein Schiff, als griffen sie gierig nach ihrem Leben und zogen es verschlingend in die Finsternis. Das helle Licht der Frühlingssonne erstarb und wich einem grauen Zwielicht, das bald schon ihr gesamtes Schiff fasste und in sich hüllte. Mit einem bangen Blick über die Schulter, sah Llyod wie die letzten Sonnenstrahlen, in feinen glänzenden Sperren auf seine Segel fielen und langsam erblassten, bis nur noch ein lichter heller Fleck an den blauen Himmel erinnerte.
„oder Magie?“
Llyod sah zu seinem Gefährten und Freund. Ja, man konnte die flirrende Macht spüren, die in der Luft lag, beinahe so präsent, als müsse man nur die Hand nach ihr ausstrecken um sie greifen zu können und doch haftete nichts Gutes an ihr. Sie war dunkel und todbringend. Llyod lief ein kalter Schauer über den Rücken. „ Ich habe Magie noch nie in solchen Ausmaß gefühlt...“ gestand er, nachdem er Drake einige Herzschläge lang die Antwort schuldig blieb , leise.
„ Nein, ich glaube nicht, dass wir hier einen Händler finden....Wir sollten umdrehen mir gefällt - „ Seine Worte wurden von einem lauten Krachen abgeschnitten. Holz barst und mit einem klagenden Dröhnen veränderte das Schiff augenblicklich seine Position. Eben noch in gerader Fahrt , drehte es so bedrohlich weit nach Steuerbord, dass Llyod sich schlagartig um die Reling klammern musste. „ was war das?!“ [...]

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Abiane
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Re: Fragmente vergangener Zeiten

Beitrag von Abiane » Sa 31. Aug 2013, 17:04

Hei, das liest sich ja ziemlich spannend! Bei uns geht es halt (derzeit :D ) nicht ganz so kämpferisch zu ;-), aber mir gefällt dein Stil ganz gut... :)

LG Abiane

Vivenna
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Re: Fragmente vergangener Zeiten

Beitrag von Vivenna » So 1. Sep 2013, 18:58

Hihi , Danke ! :)

Ich habe auch Szenen, die sind ruhig und plätschern so dahin. Aber die eine hatte ich ohnehin offen und die Zweite gerade getippt , hehe

Vielen Dank für das Lob!

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Seara
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Re: Fragmente vergangener Zeiten

Beitrag von Seara » Mo 2. Sep 2013, 22:29

Ließt sich wirklich ziemlich gut! :) Auch die Kampfszene gefällt mir!
Wer stets nur sagt,
was man so sagt,
der hat meist
nichts zu sagen.

Mondblüte

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