Schatten der Vergangenheit

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Galadrion
Gast an Emerelles Hof
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Schatten der Vergangenheit

Beitrag von Galadrion » Di 2. Apr 2013, 17:20

Guten Abend zusammen,

gerne stelle ich hier auch einmal den Beginn einer Story aus meiner Feder in das Forum und würde mich natürlich über jegliches Feedback (Kritik/Anregungen) freuen. Kurz zu mir: Ich bin zwar seit mehr als 20 Jahren begeisterter Rollenspieler, habe allerdings keinerlei Ausbildung zum kreativen Schreiben genossen. Daher bitte ich eventuelle Stilbrüche zu verzeihen, für Korrekturen diesbezüglich bin ich aber auch mehr als dankbar.

Aber nun erstmal viel Spass beim Lesen. Sollte es euch gefallen, so kann ich euch gerne auch noch weitere Seiten/Kapitel zur Verfügung stellen.

Vielen Dank

Gruß
Galadrion

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Kapitel I

»Ayla Ash-Shaya, Absolventin und hohe Magistra der arkanen Akademie zu Aydenfels, Abschluss verliehen durch die arkane Bruderschaft der elementaren Magie.« Ein zufriedenes und erleichtertes Lächeln huschte über ihr Gesicht, während sie die letzten Zeilen der Pergamentrolle voller Stolz betrachtete, die ihr erst vor wenigen Stunden als Anerkennung ihrer abgeschlossenen Ausbildung verliehen worden war. Liebevoll strich sie mit den Fingerkuppen ihrer linken Hand über das Siegel der Akademie: ein feuerrotes Heptagramm, umschlossen von einem gleichfarbigen Kreis, in dessen Zentrum eine von violetten Flammen eingeschlossene Kristallkugel schwebte. Erinnerungen an die schwere Zeit ihres Studiums drängten sich ihr auf; Schmerzen, die sie hatte erleiden müssen, wenn sie einen Angriffszauber nicht abwehren konnte, aber auch Freude über die vielen neu erlernten Talente und Fähigkeiten.

Behutsam, als wäre das Pergament aus zerbrechlichstem Glas, rollte sie es zusammen, verknotete die purpurne Kordel um das Schriftstück und legte es zurück auf den samtenen Boden einer kleinen hölzernen Schatulle, deren mit vielen Edelsteinen verzierter Deckel im Licht in den schillernsten Farben leuchtete. Eine einfache Handbewegung genügte um das Kästchen sicher verschlossen zu halten. Ein einfacher Trick aber wirkungsvoll gegen neugierige Augen. Dank der Lehrmeister wusste sie, dass ein jeder, der versuchte eine magisch versiegelte Truhe zu öffnen ohne den Zauber bannen zu können kläglich scheitern würde. Gerade als sie das Fach an dem aus Ebenholz gefertigten Studiertisch, in das sie die Schatulle platziert hatte, schließen wollte, horchte sie auf. Von dem Gang vor ihrem Gemach waren Schritte zu vernehmen, zunächst nur leise, kaum wahrnehmbar, aber rasch lauter werdend. Zeitweise verstummten sie, dann aber war er wieder da; der Klang von leichten Schuhen, die sich trippelnd, unsicher, vielleicht auch ängstlich über den Boden bewegten. Durch den glatten purpurfarbenen Marmor zeugten die Gänge der Akademie zwar von erhabener Schönheit und Reichtum, aber die hallenden Schritte eines Magiers, der erst tief in der Nacht aus der Bibliothek zurückkehrte, konnte einem zuweilen den Schlaf rauben. Jedoch bestand dieser Umstand weitestgehend darin Langfinger und andere zwielichtige Gesellen fernzuhalten. Nur Diebe mit außergewöhnlichem Geschick würde es möglich sein sich unbemerkt in diesen Hallen aufzuhalten. Doch die Anzahl derer, die mit diesen Talenten gesegnet waren, konnte man an nicht einmal einer Hand abzählen. Langsam näherten sich die Schritte, wurden lauter und verstummten abrupt. An ihre Stelle trat ein dumpfes, hölzernes Geräusch; es klopfte zaghaft an die Eichentür ihres Gemachs. Mit einem Seitenblick lugte sie aus dem Fenster und sah die Schatten, die durch die untergehende Sonne länger wurden, bis sie allmählich die Fassade der Mauer mit einem tiefen Grauschleier überzogen.

Eine Störung zu dieser Zeit? Die hereinbrechende Dunkelheit vertreibt schon die letzten Strahlen der untergehenden Sonne. Der Wunsch der Magister nach dem gemeinsam eingenommenen Abendbrot sich in Ruhe ihren eigenen Studien widmen zu können, wurde von der Mehrheit der Adepten respektiert. Nur wenige missachteten diese Übereinkunft. Ihre Lippen verzogen sich zu einem schelmischen Schmunzeln, als sie an ihre eigene Ausbildungszeit dachte. Zusammen mit einem weiteren Adepten hatte sie sich über diese Regel hinweggesetzt und immer wieder an die Tür eines allzu strengen Lehrmeisters geklopft. Der Ausdruck auf ihrem Gesicht bekam etwas Gequältes. An einem der Abende verzauberte der Magier die Tür, so dass sie bei jedem Klopfen ein wehleidiges Klagen von sich gab. Der Schauer, der ihr damals über den Rücken lief, hatte sie so in Angst versetzt, dass sie weinend davonlief und sich mehrere Tage in ihrem Bett verkroch. Nie wieder wagte sie es einen Magister des Nachts zu behelligen. Wiederum drang der dumpfe Ton an ihr Ohr, doch diesmal lauter, selbstbewusster. Nur in ihren Gedanken zu schwelgen würde denjenigen wohl kaum dazu bewegen von seinem Vorhaben abzulassen.

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Seara
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Re: Schatten der Vergangenheit

Beitrag von Seara » Di 2. Apr 2013, 22:21

Spannender Anfang! :) Ich mags. Und Stilbrüche wären mir jetzt keine aufgefallen... Bin aber auch nicht so exakt beim lesen ;)
Wer stets nur sagt,
was man so sagt,
der hat meist
nichts zu sagen.

Mondblüte

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